dies und das

von allem etwas

Energie aus Öl = Krieg (?)

Geschrieben von kokedera - 29. Dezember 2011

Die Abhängigkeit der industrialisierten Welt (und nicht nur der industrialisierten) von fossilen Energieträgern birgt ein immenses Risiko von Kriegen. Die Endlichkeit dieser Energieträger (von vielen ja immer noch als irrelevant bespottet) ist m.E. derzeit das kleinere Problem (da zeitlich weniger drängend) als die Sicherung des Zugangs oder zumindest Zugriffs auf die Energiequellen. Sollte es im Persischen Golf nicht nur bei Drohgebärden bleiben, besteht die Gefahr eines Flächenbrandes für den gesamten Nahen und Mittleren Osten. Die Nahostpolitik ist im Grunde ja eh “Ölpolitik”.

Dies ist kein Plädoyer für Atomenergie. Diese würde zwar die Abhängigkeit von den jetzigen Energielieferanten verringern, die Abhängigkeit von anderen, ebenso wenig stabilen, Energielieferanten jedoch erhöhen. Von den technischen Risiken, dem weiterhin ungeklärten Problem der Entsorgung und den nicht kalkulierbaren Kosten dieser Energieform ganz zu schweigen.

Die Energieversorgung in der jetzigen Ausgestaltung bewirkt ein permanentes und gar nicht mal so latentes Risiko eines Krieges (wie es schon Horst Köhler etwas verklausuliert gesagt hat). Eine Lösung besteht für mich darin, dass die Energie dort erzeugt werden muss, wo sie verbraucht wird – mit Mitteln, die auch dort zur Verfügung stehen. Dies ist damit ein klares Plädoyer für eine dezentrale Erzeugung von erneuerbaren Energien. “Desertec” ist für mich genauso so eine Sackgasse wie die Errichtung von gigantischen Windparks in der Nordsee. Schon mit heutigen Technologien ist es problemlos möglich, dass sich jeder seine Energie, die er braucht, selbst erzeugt. Und würde all das viele Geld, das zur Sicherung unserer Ölversorgung (z.B. zum Unterhalt einer Flotte der USA in Bahrain) in die Entwicklung der erneuerbaren Energieträger fließen (von “geflossen sein” will ich gar nicht reden), wäre diese Art der Energieversorgung sogar kostengünstiger. Kein Mensch kann mir erzählen, dass es billiger ist, Tausende Kilometer Hochspannungsleitungen zu bauen und zu unterhalten, bloß um den Strom dorthin zu bringen, wo er gebraucht wird, als diesen Strom gleich dort zu produzieren.

Mein Fazit: Lösung unserer Energieversorgung ist die Dezentralisierung, nicht die Förderung weiterer Großprojekte. Das Geld dafür ist da, fließt aber momentan woanders hin. Und deswegen werden sich die Großen der Energieversorgung mit allen Möglichkeiten der Lobbyarbeit gegen diese Lösung wehren.

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